Sven Hinrichsen Aktuell

VERÖFFENTLICHUNGEN

Supervision Beratung Fortbildung Sven Hinrichsen
Kooperation von Grundschulen und Kindertagesstätten, gehalten anlässlich der Veranstaltung: "Einen Weg gemeinsam gehen" des Landkreises Peine in der Grundschule Drachenstark in Edemissen am Montag den 5. Februar 2007.

Gemeinsamkeiten von Kita und Schule?


Schule und Kita als Dienstleistungsunternehmen

  • Alle Kolleginnen und Kollegen leisten einen hochwertigen Dienst, der die Entwicklung von Kindern fördern soll.
  • Kinder als Gestalter unserer Zukunft und Finanziers unser Altersversorgung.
  • Dienstleistungen dienen der Befriedigung menschlicher Bedürfnisse. Schule und Kita stellen den Rahmen, damit Kinder sich die Welt erschließen können. Damit hängt die Qualität künftiger Lebensumstände auch von der Qualität unserer Dienstleistung ab.
  • Das Kind als "Akteur seiner eigenen Entwicklung" steuert die Unternehmungen, die zu seiner Entwicklung führen, aus sich selbst heraus. Die von uns zur Verfügung gestellte Dienstleistung kann ihm dabei nützlich sein.
  • Dienstleistungen sind vergleichsweise arbeitsintensiv in der Produktion.
    Das heißt: Dokumentation und Archivierung helfen, den hohen Arbeitsaufwand auf ein erträgliches Maß zu reduzieren.
  • Dienstleistungen kann man häufig nicht anfassen.
    Das heißt: Erfolg oder Nichterfolg resultieren aus der Zufriedenheit der Kunden, also Kinder und Eltern.
  • Dienstleistungen sind nicht lagerfähig.
    Das heißt: Gute Leistung muss kontinuierlich neu produziert werden, um eine gute Stimmung der Kundschaft zu garantieren.


Gestaltung einer "Fördernden Umwelt"

Unser Auftrag ist es, Kindern eine fördernde Umwelt gezielt zu gestalten

Diese muss:
  • interessant
  • nicht überfordernd
  • nicht unterfordern
  • ihren Bedürfnissen angemessen
  • zu Tätigkeiten und Aktivitäten anregend sein
Elemente zur vielfältigen und flexiblen Gestaltung können sein:
  • das Angebot des eigenen Verhaltens als Modell
  • mitmachen; tätig sein und ein Kooperationspartner werden, der sich den Bedürfnissen der Kinder stellt
  • beobachten: um Kinder in ihrer Individualität wahrzunehmen und um sich selbst als Kontext passend definieren zu können
  • Freiräume zulassen: sich an geeigneten Stellen zurückziehen und es Kindern ermöglichen, eigene Erfahrungen zu sammeln und dadurch effektive eigene innere Strukturen zu entwickeln
  • eigene inhaltliche Schwerpunkte entwickeln und pädagogische Entscheidungen für spezifische Rahmenbedingungen begründen, kind-und familienzentriert handeln und den eigenen moralischen und pädagogischen Werten folgen
  • Rahmenbedingungen gestalten: Räume gestalten, Material auswählen und bereit halten, Projekte planen und durchdenken, Strukturen schaffen und Absprachen treffen, die sichern, dass Kinder sich die Welt durch Spiel und Experiment aneignen können
  • Gruppenprozesse fördern, die kindliche Selbstbildung ermöglichen; institutionelle Rahmenbedingungen sichern und entwickeln: auf Kita -und Schulebene durch Organisation und Konzepte.

  • Wahrnehmung
  • Sprache
  • Bewegung
  • Denken
  • Fühlen
  • Menschen
  • Räume
  • Projekte
  • Spielangebote
  • Experimentierangebote
Selbstbildungsprozess ( H.J Laewen; Gerd.E. Schäfer )



Kooperation

Zusammenarbeit verschiedener Partner



Erste Schritte

  • Einladung Kollegium / Schulleitung / Kitaleitung / Erzieherinnen Laden sie die Kolleginnen, wenn möglich, namentlich ein. Dieses signalisiert Interesse und schafft Verbindlichkeit.
  • Themennachmittag; ein Thema könnte zum Beispiel sein: Wie können wir unsere künftige Kooperation gestalten?
    Sie bieten damit ein Thema an, dass nicht vorbelastet ist und sie können die Zukunft frei gestalten.
  • Zeit: Nachmittag. Sie kennen die Abläufe an Schulen und wissen, dass ein Treffen am Vormittag wahrscheinlich unmöglich ist.
  • Sorgen sie für eine angenehme Atmosphäre. Blumen auf dem Tisch, Getränke und vielleicht ein paar Kekse erleichtern den Anfang.
Gliederung:
  • Murmelrunde / Erzieher-Lehrer: Was war in der vergangenen Zeit an unserer Zusammenarbeit besonders gut?
  • Wenn es keine gab alternativ: Stellen sie sich vor, es ist das Jahr 2010 und die Zusammenarbeit zwischen Kita und Schule hat sich sehr gut entwickelt und ist richtig klasse geworden. Was ist dann anders und woran würden sie diese gute Zusammenarbeit bemerken?
  • Wie hat Schule / Kita in der Vergangenheit was geschafft?
  • Welche Lösungsversuche gab es, welche waren hilfreich?
  • Welches Thema / welche Frage wollen wir als erstes bearbeiten?


Beachten sie dabei:

Jeder hat seine eigene Wirklichkeit!



Hilfreiche Tipps zur Durchführung

  • Beginnen sie ihre Besprechungen mit einer ausführlichen Lobrunde. Ein solcher Einstieg schafft eine positive Atmosphäre und ermöglicht einen sanften Übergang zu den Sachthemen. Zudem verdeutlichen sie dadurch ihre Wertschätzung für die Arbeit der Kolleginnen.
  • Treffen sie am Ende ihres ersten gemeinsamen Themennachmittages eine Verabredung: Welches wird der erste und nächste gemeinsame Schritt sein.
  • Besiegeln sie diese vielleicht mit einem Glas Sekt, vielleicht wird dieses ein erstes gemeinsames Ritual.
  • Protokollieren sie alles, was sie besprochen und beschlossen haben. Dadurch einigen sie sich auf eine gemeinsame Definition der Ergebnisse.
  • Beschlüsse haben einen verbindlichen Charakter und werden umgesetzt. Vereinbaren sie Erprobungszeiten, nach denen sie erneut ins Gespräch gehen.
  • Sorgen sie für Transparenz. Machen sie die Protokolle der Besprechungen allen Mitarbeiterinnen zugänglich. Stellen sie einen Ordner mit den Protokollen der Besprechungen / Fachtage / Projekte in das Leherzimmer oder den Mitarbeiterraum. So haben alle Kolleginnen die Möglichkeit, die Ergebnisse in ruhiger Atmosphäre nachlesen zu können.
  • Besprechen sie immer am Ende eines Treffens, wer beim nächsten Mal moderiert und wer Protokoll schreibt. So kann sich jeder auf den nächsten Termin einstellen und frustrierende und langwierige Abstimmungsprozesse zu Beginn der Treffen bleiben aus.
  • Freuen sie sich über ihren Erfolg und präsentieren sie auch den Eltern ihre neue Kooperation. Sie installieren so eine gute Öffentlichkeitsarbeit und machen als Schule oder Kita deutlich, dass sie im Interesse der Kinder arbeiten.

Schule und Kita im Jahr 2017



  • Ein neues Verständnis von Kindheit und von der Stellung von Kindern in unserer Gesellschaft hat sich entwickelt.
  • Nicht der "Ernst des Lebens" beginnt mit der Einschulung, sondern dann wird das Leben erst richtig spannend.
  • Lernerfahrungen werden nicht mehr als Zumutung vermittelt – keiner spricht mehr von der "Fron des Lernens".
  • Kita und Schulen werden dem notwendigen Bildungsauftrag gerecht und sind so attraktiv, dass Kinder gerne kommen und Eltern sie gerne schicken.
  • Kita und Grundschule bilden eine Einheit als Bildungseinrichtungen, die mit ihren eigenen Leistungsprofilen unterschiedlich auf die unterschiedlichen Begabungen der Kinder eingehen, ohne dem heutigen Selektionsdruck ausgesetzt zu sein.
  • Alle Erzieherinnen haben ein Hochschulstudium absolviert.
  • Alle Lehrerinnen verstehen die Kitas als Orte frühkindlicher Bildung und arbeiten in einem engmaschigen Netz mit diesen zusammen.
  • Alle Erzieherinnen verstehen die Schule als einen Ort, an dem nicht Arbeit, Schweiß und Mühsal sondern Spaß, Freude und Chancen im Vordergrund stehen.


Der Vortrag steht hier als "peine.pdf" zum Download zur Verfügung (83KB).

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